Wien Beč Ortstafel
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Und die zwanzigsprachige Ortstafel?

Zweisprachiger Kommentar. Gedanken zur Mehrsprachigkeit in Österreich.

3 min. čitanja
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In Wien wurde heute eine zweisprachige Ortstafel Wien Beč enthüllt. Leider nicht an der Ortsein- und Ausfahrt, aber immerhin in der Schwindgasse. Es sei eine private Initiative, die vier Ortstafeln zweimal Wien/Beč  und zwei Wien Beč aufstelle…zufälligerweise am Straßenfest in der verregneten Schwindgasse, wo auch etliche kroatische Vereine ihr zuhause haben. Um Wien gerecht zu werden, müsste diese Ortstafel ein paar Sprachen mehr als nur zwei abdecken.

Da u Beču fali većjezična tablica, bi moglo biti nam svim jasno. Varoš je većjezičan a to jur stoljeća dugo. Ako si pogledamo, koliko jezikov se u Beču kot materinski jezik podučavaju, bi imali barem 20 jezikov na seoskoj tablici varoša. Ali Austrija i politika ovde nije preveć gizdava na jezike svojega stanovničtva.

Hohepriesterin der Mehrsprachigkeit

Wir haben diese Woche ein Interview mit der Linguistin Zwetelina Ortega geführt. Sie ist so etwas wie die Hohepriesterin der Mehrsprachigkeit. Sie erzählte von Kindern, die zwei Erstsprachen also zwei Muttersprachen haben. Aber politisch wird das eigentlich ausgeklammert.

Sie sagt, wenn sich Österreich als mehrsprachiges Land wahrnehmen würde,  das es ja ist, und zu seiner eigenen Mehrsprachigkeit stehen würde, dann würde es vielleicht auch besser umgehen mit allen Kindern, die eine andere Muttersprache als Deutsch haben. Also Kinder von Migrantinnen oder Geflüchteten. Man höre da sehr oft – die kämen ohne Sprachkenntnisse – aber das stimmt nicht.  Das heißt ja nur, sie haben keine deutschen Sprachkenntnisse.

Offensein

Nimški, engleski i znamda još francuski. To su ti prestiž-jeziki, ke od naše dice kanimo imati. Sve daljne je balast, ki je nepotriban. Tako slipo bi se moglo subsumirati zahajanje Austrije  većjezičnošću. Ja sam bio gost jedne zanimljiive diskusije u ovom tajednu, kade mi je jasno nastalo, ča to znači, ako su ljudi otvoreni prema migrantom, njevim jezikom i njevoj dici.

Und abschließen möchte ich mit einem interessanten Podium, das ich diese Woche bei einer Diskussion erlebt habe. Es war eine Diskussion im Zuge einer Ausstellung zur Flucht in den 1990er Jahren aus dem ehemaligen Jugoslawien. Auf der einen Seite des Podiums der ehemalige Caritas-Präsident, oder die Leiterin der sogenannten Bosnier-Aktion im Innenministerium. Auf der anderen Seite des Podiums. Die Justizministerin Alma Zadić, Bestsellerautorin Melisa Erkurt und Standard-Journalistin Olivera Stajić. Und für mich war ganz klar zu sehen. Wenn die eine Seite des Podiums die Not der Flüchtenden nicht erkannt hätte und politisch blockiert hätte; ihre Kinder hier in den Schulen nicht gefördert hätte, dann würde es dieses Podium so nicht geben. Glaubt ihr, dass wir mit der heutigen migrationspolitischen Ausrichtung ein syrisches Flüchtlingskind in 30 Jahren in der Regierung haben könnten?

Foto: Elisabeth Satovich

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